Bericht an die Gesellschaft 2015

Modellprojekt bereitet Zuwanderer auf Ausbildung vor - Naspa - Bericht an die Gesellschaft 2015
© IHK Wiesbaden, Paul Müller, Fotografie; Wiesbaden

Integration

Modellprojekt bereitet Zuwanderer auf Ausbildung vor

Als gemeinwohlorientiertes Kreditinstitut engagieren wir uns personell und finanziell für die Integration von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte.

Millionen Menschen sind derzeit weltweit auf der Flucht vor Kriegen, Katastrophen und wirtschaftlicher Not. Viele von ihnen suchen derzeit in Deutschland nach Frieden, Sicherheit und beruflichen Perspektiven – auch in unserer Region. Ein großer Teil dieser Zuwanderer ist hoch motiviert. Dennoch gibt es oft viele Hindernisse für einen erfolgreichen Berufseinstieg, vor allem sprachliche Barrieren und unterschiedliche Ausbildungsvoraussetzungen in den Herkunftsländern.

Förderung des IHK-Integrationsfonds und der IHK–Patenbörse

Die Nassauische Sparkasse (Naspa) leistet aktiv einen Beitrag dazu, die Ausbildungs- und Berufschancen dieser jungen Menschen zu verbessern und ihnen eine Perspektive für die Zukunft zu bieten. So unterstützt sie zwei Projekte der IHK Wiesbaden, die sich ganz explizit jungen Neuankömmlingen widmen. Dabei handelt es sich zum einen um den „Integrationsfonds der Wirtschaft“, mit dem Sprach- und Berufsvorbereitungen ermöglicht und speziell auf die Altersgruppe der 18- bis 21jährigen zugeschnitten werden sollen. Der Fonds wird von Unternehmen aus der Region getragen, durch Spenden einzelner Betriebe sowie auch durch Mittel aus bereits vorhandenen IHK-Fonds, wie der „Stiftung Nachwuchsförderung“. Aus den Mitteln werden ein fünfmonatiger intensiver Deutschunterricht sowie ein Integrationskurs finanziert, die beide im Herbst 2015 gestartet sind.

Darüber hinaus unterstützt die Naspa auch die IHK-Patenbörse für Betriebe – eine in dieser Form bundesweit einmalige Initiative. Im Rahmen dieses Bildungs- und Integrationsprojekts werden junge Zuwanderer über zehn Monate hinweg systematisch auf eine Ausbildung vorbereitet. Die Besonderheit: Unternehmen finanzieren das Projekt nicht nur komplett aus Spenden, sondern engagieren sich auch als Paten für die jungen Menschen, organisieren Betriebsbesuche, Gespräche zu Berufschancen oder gemeinsame Mittagessen in der Kantine.

Bereits im November 2015 hatten sechs Frauen und 13 Männer aus acht Nationen damit begonnen, zunächst einmal die deutsche Sprache zu lernen. Im Anschluss daran folgen ein viermonatiges Praktikum in einem Unternehmen, eine Übergangsphase mit Bewerbungstrainings sowie die intensive Vorbereitung auf eine mögliche Ausbildung. Bei der Patenbörse nutzen zahlreiche Unternehmerinnen und Unternehmer, die als Paten für die Flüchtlinge fungieren wollen, die Möglichkeit, mit Unterstützung von Dolmetschern die 19 jungen Kursteilnehmer etwas näher kennenzulernen. Die IHK Wiesbaden arbeitet in diesem Projekt u. a. mit dem Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft zusammen. Das IHK-Projekt läuft noch bis zum 31. August 2016.

Konten für Flüchtlinge helfen bei Integration

Auch in ihrem Kerngeschäft engagiert sich die Naspa für die Integration von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte. Eine elementare Voraussetzung für die Teilnahme am wirtschaftlichen Leben ist eine Bankverbindung. Als öffentlich-rechtliches Institut helfen wir bei der Integration von geflüchteten Menschen so unbürokratisch wie möglich. Wer in Deutschland als Flüchtling registriert ist, kann ein Guthabenkonto bei der Naspa eröffnen: Dieser Verantwortung stellen wir uns aktiv – inzwischen ist die Eröffnung eines entsprechenden Kontos fast jedem Finanz-Center der Naspa möglich. Aktuell werden bei 6.000 Guthabenkonten für Flüchtlinge bei der Sparkasse geführt.

Im Berichtsjahr stellte die Naspa Fördermittel in Höhe von knapp 22.000 Euro für 20 Integrationsprojekte bereit.